Novelle im Verpackungsgesetz: ab 2023 wird Mehrweg zur Pflicht!

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Sie möchten als gastronomischer Betrieb Mehrweglösungen (Poolsystem) einführen und wünschen sich dabei Unterstützung von uns? Schreiben Sie uns. info@esseninmehrweg.de

Restaurants, Bistros und Cafés sollen ab 2023 dazu verpflichtet werden, der Kundschaft auch Mehrwegbehälter anzubieten. Das sieht die Änderung des Verpackungsgesetzes vor. Damit soll die Verpackungsflut im To-Go-Bereich eingedämmt werden.

Nach Zahlen des Umweltbundesamtes lag das Verpackungsmüllaufkommen in Deutschland im Jahr 2018 bei 18,9 Millionen Tonnen. Pro Kopf seien das etwa 238 Kilogramm Verpackungsabfälle, sagte Schulze. „Das sind rund zwei Badewannen voll.“ Die Zahl sei seit 2010 kontinuierlich gestiegen. Durch die Corona-Krise stehe zu befürchten, dass diese Menge nun vorübergehend weiter steigen werde, sagte Schulze. Deshalb sei es wichtig, jetzt gegenzusteuern.

Die Umweltministerin stellte in der digitalen Pressekonferenz am 20. Januar 2021 die wichtigsten Punkte der Novelle vor. „Mein Ziel ist, dass Mehrweg-Boxen und Mehrweg-Becher für unterwegs der neue Standard werden. Daher verpflichten wir die Gastronomie, künftig neben Einweg- auch Mehrwegverpackungen anzubieten. Überall sollen sich die Verbraucherinnen und Verbraucher für Mehrweg entscheiden können. Das ist ein wichtiger Schritt, um die Verpackungsflut im To-Go-Bereich einzudämmen.“

Das müssen Gastronomiebetriebe jetzt wissen

  • Laut Umweltministerium darf die Mehrwegvariante nicht teurer sein als das Produkt in der Einwegverpackung. Ein angemessenes Pfand sei aber erlaubt. Die Gastronomiebetriebe müssen demnach auch die Mehrwegbehälter zurücknehmen.
  • Kleine Geschäfte wie Imbisse, Spätkauf-Läden und Kioske mit bis zu fünf Mitarbeiter*innen und einer Ladenfläche kleiner als 80 Quadratmetern sind von der Mehrweg-Pflicht vorerst ausgenommen. Sie müssen ihren Kunden aber Essen oder Getränke auf Wunsch in mitgebrachte Behälter abfüllen. Auf diese Möglichkeit sollten sie ihre Kundschaft deutlich hinweisen.

Martina Bergk, die Geschäftsführerin von LIFE e. V., bekräftigte als geladener Praxispartner bei der Pressekonferenz, dass die Nutzung von Mehrweggefäßen auch während der Coronazeit erlaubt sei. Seit Herbst 2019 unterstützt LIFE e.V. zusammen mit dem BUND Bremen und dem ECOLOG-Institut im Rahmen der vom BMU geförderten Kampagne ‚Essen in Mehrweg!‘ gastronomische Betriebe, Mehrweglösungen einzuführen. In ihren Empfehlungen zur Hygiene bei der Nutzung von Mehrweggefäßen gibt die Kampagne wertvolle Tipps und Übersichten.

Die 40 gastronomischen Betriebe, die mit der Kampagne kooperieren, sind auf die neuen Vorgaben gut vorbereitet. Sie bieten bereits seit letztem Jahr Mehrweglösungen in ihrem Betrieb an. Entweder befüllen sie von der Kundschaft mitgebrachte Mehrwegbehälter oder bieten Boxen von sogenannten Poolanbietern zum Ausleihen an. So sammeln sie bereits vor der Gesetzeseinführung wertvolle Erfahrungen mit Mehrweg.

Kontakt

LIFE Bildung Umwelt Chancengleichheit e.V.
Tanja Menkel
Rheinstraße 45
12161 Berlin
Tel. 030-308798-40 menkel[at]life-online.de
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